Summer FOMO – wenn sich der Sommer nicht leicht anfühlt

Summer FOMO – wenn sich der Sommer nicht leicht anfühlt

Es ist wieder so weit. Social Media füllt sich mit unbeschwerten Urlaubsbildern. Der WhatsApp-Status deiner Bekannten zeigt la dolce vita und Meeresrauschen. Und du sitzt zuhause.

Vielleicht weil du introvertiert bist und das ewige Draußensein dich erschöpft statt zu erholen. Vielleicht weil du eine Depression hast und der Sommer dich eher überfordert als befreit. Vielleicht weil du ein neurodivergentes Kind begleitest und dein Sommer ganz anders aussieht als der deiner Freunde.

Ich kenne das. Als Mama eines autistischen Kindes bedeutet Sommer für mich: aufteilen. Den Bedürfnissen beider Kinder gerecht werden. Ruhige Aktivitäten für das eine, mehr Action für das andere. Bedürfnisorientiert planen statt spontan. Den Druck rausnehmen. Und meistens: Urlaub daheim. Weil es das ist, was gerade geht. Und weil das vollkommen in Ordnung ist.

Was Summer FOMO mit uns macht

FOMO – Fear of Missing Out – ist ein echter psychologischer Mechanismus. Soziale Vergleiche können sich anfühlen wie Ausgrenzung oder Ablehnung und das kann wirklich schmerzhaft sein.

Was du dir sagen darfst

Du musst deinen Sommer nicht rechtfertigen. Du musst keine Bucket List abhaken. Keinen Urlaub buchen, den du dir nicht leisten kannst und der dich mehr stresst als erholt. Kein Freibad besuchen, wenn Menschenmassen dein Nervensystem überfordern. Du darfst zuhause bleiben. Du darfst langsam sein. Du darfst einen Sommer haben, der zu dir passt – nicht zu Instagram.

Den Sommer nach Hause holen

An Tagen, an denen ich mich selbst nicht mehr richtig spüre, greife ich zu Herzraum. Ein, zwei Sprühstöße. Tief einatmen. Blutorange, Mandarine, Vanille, Honig. Ich liebe Duftanker, weil sie so direkt auf unser Nervensystem wirken. Aber es gibt viele Wege, wie du dir den Sommer schaffst, der zu dir passt: Wassermelone auf dem Balkon statt im überfülltem Freibad. Einen späten Abendspaziergang, wenn die Hitze und der Trubel sich gelegt haben. Eis daheim selbst machen, wenn dir die Eisdiele zu viel ist. Sommerrezepte ausprobieren, die Lieblingsserie bingen, einfach sein. Eine Freundin zum Eiskaffee zu dir einladen, wenn du Verbindung brauchst, aber keine Energie für draußen hast. Dein Sommer muss nicht groß sein. Er muss nur zu dir passen.

Ich sehe dich

Wenn dein Sommer gerade nicht so aussieht, wie du es dir gewünscht hast – ich sehe dich: die pflegende Mama. Die Introvertierte. Die, die gerade kämpft. Die, die einfach nicht kann. Du wirst nicht weniger vermisst. Nicht weniger geliebt. Du bist nicht weniger wert.

Dein Sommer darf anders sein. Genau so wie du.


Für dein Journal:

Was bedeutet für dich ein guter Sommer – wirklich, ohne Vergleich?

Welcher Moment hat sich diesen Sommer bisher richtig gut angefühlt – auch wenn er klein war?

Was kannst du dir heute erlauben loszulassen?